• 09
    Jun

    Zunehmende Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die Fed lässt Dollar verlieren – US-Inflationsbericht für Mai kommt Tradingwelt

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    Fundamentalprognose für den US-Dollar: Neutral

    • Der US-Dollar wurde von in die Höhe schießenden Wetten auf eine Zinssenkung durch die Fed in die Tiefe gezogen. Die Märkte preisen inzwischen eine Wahrscheinlichkeit von 96 % für eine Zinssenkung um 25 Bp für 2019 und eine Wahrscheinlichkeit von 86 % für zwei Zinssenkungen in diesem Jahr ein.
    • Das Wirtschaftsdatenmoment in den USA hat in den letzten Wochen abgeschwächt und keine der beiden mit „hoch“ bewerteten Wirtschaftsdatenveröffentlichungen in den USA in dieser Woche – der US-Inflationsbericht für May und die US-Einzelhandelsabsätze für Mai – scheinen dem US-Dollar Gnade zu werden.
    • Der IG Client Sentiment Index zeigt, dass die Privat-Trader den US-Dollar bei seinen Verlusten gekauft haben.

    Unsere langfristigen Prognosen für US-Dollar, Euro, Gold, Rohöl und mehr finden Sie in den DailyFX Trading-Leitfäden.

    Überblick über den US-Dollar-Kurs im Wochenverlauf

    Der Start in den Juni ist für den US-Dollar nicht gut gelaufen. Der Dollar verzeichnete (über den DXY-Index) gegenüber allen anderen der sieben führenden Währungen genug Verluste, dass es jetzt so scheint, als ob sich die Aussicht auf ein größeres Topbildungspotenzial zu entwickeln beginnen würde. Der dramatisch schwächere US-Dollar hat bei der Goldpreis-Rally der letzten Zeit eine größere Rolle gespielt.

    Aufgrund des rasanten Anstiegs der Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die US-Notenbank Federal Reserve waren die Rohstoffwährungen in der letzten Woche unter den am besten abschneidenden Währungen. Das Währungspaar NZD/USD konnte 2,05 % zulegen, USD/CAD verlor -1,88 % und AUD/USD gewann 0,91 %. Gleichzeitig wurde die Europäische Zentralbank den Markterwartungen einer signifikanteren defensiven geldpolitischen Verschiebung im Rahmen der Juni-Sitzung der EZB nicht gerecht. Der Euro legte zum Ende der Woche stark zu, was dazu führte, dass das Währungspaar EUR/USD um 1,45 % nach oben gehandelt wurde.

    Wetten auf Zinssenkungen 2019 springen nach Kommentaren von Fed-Chef Powell in die Höhe

    In einer Rede letzten Dienstag sagte der Fed-Vorsitzende Jerome Powell, die geldpolitischen Entscheider würden inzwischen die Folgen der Entwicklungen im internationalen Handel „genau beobachten“.Fed-Chef Powell äußerte weiterhin, dass die Fed „angemessen handeln“ werde, um dazu beizutragen, die Expansion zu erhalten – eine Expansion, die zu der Erholung der weltweiten Finanzkrise zurückreicht und im nächsten Monat ein Rekord-Hoch erreichen soll.

    Mit Verhängung der Zolltarife gegen China Anfang Juni werden sich die jetzt schon negativen Auswirkungen auf die US-Wirtschaft noch weiter intensivieren. Dadurch könnte US-Präsident Donald Trump wiederum die von ihm gewünschte lockerere Geldpolitik erhalten.

    Zinserwartungen der US-Notenbank Federal Reserve (7. Juni 2019) (Tabelle 1)

    Zinserwartungen der Fed, Erwartungen für den USD-Kurs, Wahrscheinlichkeit von Zinssenkungen durch die Federal Reserve, Fed-Zinssenkungswahrscheinlichkeit, Fed-Zinsanhebungswahrscheinlichkeit

    Denken Sie daran, dass zur Spitzenzeit, nach der März-Sitzung der Fed, die Zinsmärkte noch eine Wahrscheinlichkeit von 58 % für eine Zinssenkung um 25 Bp im September eingepreist hatten. Inzwischen liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung im September bei 96 %. Insgesamt besteht eine Wahrscheinlichkeit von 86 % für zwei Zinssenkungen um jeweils 25 Bp bis Ende 2019.

    Der größte Teil dieser defensiven Verschiebung erfolgte in den letzten beiden Mai-Wochen und der ersten Juni-Woche. Anfang Mai preisten die Euro-Dollar-Kontrakt-Spreads, die die Differenz der Zinskontrakte zwischen Geschäftsbanken messen, beispielsweise noch eine Zinssenkung um 25 Bp bis Juni 2020 ein. Mit Stand 7. Juni preisen sie drei Zinssenkungen um jeweils 25 Bp bis Juni 2020 ein.

    Keine Fed-Äußerungen in der kommenden Woche im Vorfeld der Juni-Sitzung des FOMC

    Fed-Chef Powell wird in den kommenden Tagen nicht mehr vor das Mikrofon treten, was für Trader, die von der durch seine Kommentare in der letzten Woche ausgelösten Volatilität profitieren konnten, bedauerlich ist. Auch von anderen Fed-Offiziellen wird man nichts hören. Wir befinden uns offiziell in der „Schweigephase“ vor der Juni-Sitzung der Fed.

    Um die jüngsten Kommentare von Fed-Vertretern einmal in einen Kontext zu setzen: Sie waren eher defensiv und führten zu einem schwächeren US-Dollar, niedrigeren US-Renditen und eine Rally bei US-Aktien. Ohne den Katalysator von Seiten defensiver Fed-Offiziellen könnten diese Marktbewegungen der letzten Zeit eine Atempause vor der Juni-Sitzung der Fed erhalten.

    US-Inflationsbericht am Mittwoch; Inflationserwartungen stürzen ab

    In der Woche vor der Juni-Sitzung des FOMC-Ausschusses kommen zwei Datenveröffentlichungen in den USA, denen die Trader nach dem viel schwächer als erwarteten Bericht vom US-Arbeitsmarkt für Mai Aufmerksamkeit schenken sollten. Am Mittwoch wird der US-Verbraucherpreisindex für Mai den Erwartungen zufolge einen kleinen Rückgang des Preisdrucks ausweisen. Das überrascht nicht sehr angesichts des Rückgangs der Inflationserwartungen für die USA und des Ölpreises in den letzten Wochen.

    Der Rohölpreis fiel zwischen 10. Mai und 7. Juni um -12,4 % von 61,66 Dollar auf 53,99 Dollar. Die mittelfristigen Inflationserwartungen für die USA, die von den fünfjährigen Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards erfasst werden, sind während des gleichen Zeitraums um -23,4 Bp von 2,299 % auf 2,065 % zurückgegangen.

    US-Inflationserwartungen sind zusammen mit dem Rohölpreis gefallen (Chart 1)

    Inflationserwartungen USA, Rohölpreis, Ölpreis, US-Inflationserwartungen und Öl, fünfjährige Fünf-Jahres-Inflations-Swap-Forwards USA

    Laut einer Erhebung von Bloomberg News wird der VPI in den USA erwartungsgemäß bei 1,9 % liegen (zuvor 2,0 %) und der Kern-VPI unverändert bei 2,1 % (gegenüber dem Vorjahr). Der Wert der monatlichen Gesamtteuerung könnte sich dem jüngsten Rückgang der Inflationserwartungen und des Ölpreises gegenüber sensibler erweisen: Hier wird ein Rückgang von 0,3 % (gegenüber dem Vormonat) auf 0,1 % erwartet.

    Obwohl die Werte um das mittelfristige Ziel der US-Notenbank Federal Reserve von 2 % liegen, wird der Absturz der Inflationserwartungen für die USA unter den geldpolitischen Entscheidern im Rahmen der Juni-Sitzung der Fed wahrscheinlich zu Besorgnis führen und zu einer Verschiebung zu defensiver Geldpolitik motivieren.

    US-Einzelhandelsabsätze für Mai am Freitag; US-BIP-Erwartungen für das zweite Quartal 2019 bleiben schwach

    Konsum ist der wichtigste Aspekt der US-Wirtschaft. Er generiert annähernd 70 % des BIP-Gesamtwerts. Der beste monatliche Einblick, den wir in die Konsumtrends in den USA gewinnen können, ist wohl der Advance Retail Sales Report. Im Mai sprang die Konsumlage laut einer Erhebung von Bloomberg News (Advance Retail Sales) von 0,2 % (gegenüber dem Vormonat) auf 0,7 %. Auch die Einzelhandels-Kontrollgruppe – der Wert, der verwendet wird, um das BIP zu berechnen – wird erwartungsgemäß von 0,0 % (gegenüberdem Vormonat) auf 0,4 % steigen.

    Die Wachstumserwartungen werden von den Daten wahrscheinlich nur wenig unterstützt werden. Das US-BIP für das zweite Quartal 2019 soll deutlich unter dem BIP-Wachstum von 3,2 % (annualisiert) für das erste Quartal 2019 liegen.

    Atlanta Fed GDPNow Wachstumsschätzung für das zweite Quartal 2019 (Chart 2)

    Atlanta Fed GDPNow

    Auf Grundlage der bisher für das zweite Quartal 2019 erhaltenen Daten, geht die GDPNow Prognose der Atlanta Fed von einem Wachstum von 1,4 % aus. Die nächste Aktualisierung der Prognose für das vierte Quartal 2018 wird nach dem Bericht über die US-Einzelhandelsabsätze am Freitag veröffentlicht. Insgesamt befindet sich das US-Wirtschaftsdatenmoment schon während der letzten Monate auf einem Abwärtspfad. So fiel der Citi Economic Surprise Index für die USA von -42,2 am 8. März auf -54,6 am 7. Juni.

    Strafzölle gegen Mexiko noch vor Umsetzung ausgesetzt

    In der wöchentlichen Preisprognose für Gold der letzten Woche hatten wir geschrieben, dass „ungeachtet der Effektivität von Zolltarifen als ein Verhandlungswerkzeug zur Immigration ist es eine Tatsache, dass die Trump-Administration eine Bereitschaft gezeigt hat, Dinge zu tun, die andere US-Präsidentschaften nicht zu tun bereit waren“. Ist also die Meldung um kurz vor Zwölf, dass Mexiko und die USA sich auf Änderungen der Genzpolitik geeinigt haben – ausreichende Änderungen, dass US-Präsident Trump erklärte, die Strafzölle gegen Mexiko würden „auf unbestimmte Zeit ausgesetzt“ – entlastender Beweis dafür, dass die Strategie der Trump-Administration beim Umgang mit Handelspartneren tatsächlich aufgeht?

    Ungeachtet dessen, wie Sie das sehen, ist es Realität, dass die Trump-Administration die Grenzeinigung mit Mexiko als Beleg dafür sehen wird, dass sich der Ansatz des „Strafzoll-Mannes“ bewährt hat. Ein Vorzeichen dafür, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China in naher Zukunft wahrscheinlich nicht dadurch beigelegt werden wird, dass die USA nachgeben.

    Kein Ende des Handelskrieges zwischen den USA und China in Aussicht

    Man darf es durchaus noch einmal wiederholen, dass die Trader den Kurs als Fahne im Wind im Blick haben sollten: China hat Abwertungen als ein Mittel genutzt, um die Auswirkungen der Zolltarife abzuwehren. Eine Stärke des Chinesischen Yuan (USD/CNH-Schwäche) ließe sich als ein Hinweis darauf interpretieren, dass die Handelsgespräche sich einer positiven Lösung annähern. Eine Schwäche des Chinesischen Yuan (USD/CNH-Stärke) könnte als ein Hinweis darauf gewertet werden, dass die Handelsgespräche sich einer negativen Lösung annähern. Immerhin könnte die 7,00 CNH Widerstandsbarriere des USD/CNH-Kurses das wichtigste Niveau für Devisenmärkte sein.

    US-Dollar Netto-Long-Futures-Positionierung hat zu fallen begonnen (Chart 3)

    USD-Futures-Positionierung, US-Dollar Futures-Positionierung, CFTC CoT USD, CFTS CoT

    Schaut man schließlich noch auf die Positionierung laut dem CFTC CoT für die Woche bis 4. Juni, verringerten die Spekulanten ihre Netto-Long-Positionen im US-Dollar auf 26.200 Kontrakte. Ein Rückgang von den 27.100 Netto-Long-Kontrakten, die noch in der Vorwoche gehalten wurden. Die Netto-Long-Positionierung im US-Dollar ist seit Anfang des Jahres deutlich gesunken: Am 1. Januar hielten die Trader noch 32.400 Netto-Long-Kontrakte. Das nächste Update wird aller Wahrscheinlichkeit nach einen weiteren Rückgang der Netto-Longs ausweisen. Hintergrund ist der Kursrückgang des US-Dollar nach dem Mai-Bericht vom US-Arbeitsmarkt.

    FX-TRADING RESSOURCEN

    Egal, ob Sie gerade erst neu einsteigen oder bereits erfahrener Trader sind, DailyFX stellt Ihnen viele Ressourcen zur Verfügung, die Ihnen helfen können: Einen Indikator zum Verfolgen des Trader-Sentiments, vierteljährliche Trading-Prognosen, tägliche Analytik- und Weiterbildungs-Webinare, Trading-Leitfäden, die Ihnen bei der Verbesserung der Trading-Performance helfen, und sogar einen Leitfaden für diejenigen, die neu im Devisenhandel sind.

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